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Internet | Konzeption | BlogFragen über Fragen zu Web-Konzeption, User Experience Design und InformationsarchitekturTicken die noch richtig?Guter Grund, nicht bei hotels.com zu buchen - 18.01.2012, 22:04Tags: Ärgernis | E-Commerce | Kaufkriterium | Texten
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Im Text dazu wird festgestellt, dass die Statistik wenig erhellend ist. Das stimmt. Aber woran liegt das?
Höchstwahrscheinlich haben die Nutzer von Firefox häufig Google
als Startseite und bei den Nutzern von Internet Explorer ist es Bing.
Wenn der Eingabefokus statt auf der Adresszeile des Browser fälschlicherweise
auf dem Eingabefeld der Suchmaschine liegt, dann sucht der User aus Versehen
nach Amazon, Ebay, Facebook und Co., obwohl er eigentlich direkt dort
hin gehen wollte. Anscheinend kommt das so oft vor, dass es für die
Statistik relevant ist, mit einem Suchinteresse hat es aber wenig zu tun.
Die Community Jappy scheint also irgendwie ein Suchfeld von Bing in die Startseite der Browser vieler Mitglieder eingeschleust zu haben . So kommt auch sie in den Genuss der falsch ausgelösten Suchanfragen.
Yahoo hingegen scheint nur selten auf Browserstartseiten in Deutschland vertreten zu sein, weshalb diese Statistik wohl am meisten Aussagekraft in Bezug auf die Suchinteressen der User in Deutschland hat. Wenn man sich die genannten Begriffe anschaut, ist sie auch die einzig plausible.
Interessant ist, dass "Test" auf Platz 10 der Suchbegriffe
bei Google steht. Das kann ich mir spontan auch nicht recht erklären.
Vermutlich wird viel Software geschrieben, um die Trefferlisten von Google
zu analysieren. Und die Entwickler dieser Software benutzen eben oft das
Wort "Test", um ihre Software zu testen...
Formulare oder Dialoge, die Entscheidungen erfordern, müssen immer
für drei verschiedene Nutzergruppen funktionieren und verständlich
sein:
Formulare, die nur verständlich sind, wenn man auch das Kleingedruckte im Text darüber liest, bremsen Schnellleser oft unnötig aus. Beispiel: Buttons, die "Ja" und "Nein" oder "Download 1 starten" und "Download 2 starten" benannt sind, lassen kleine Entscheidung zu, ohne sich weiter in den beschreibenden Text zu vertiefen.
Schönes Negativbeispiel (hier ist zwar der Platz für die Buttontexte begrenzt, der Erklärtext sorgt aber für komplette Verwirrung):

Hast du Einschlafstörungen, obwohl du hundemüde bist? Versuche
folgendes:
Stelle dir einen angenehmen Traum in Bildern vor und spinne diese immer
weiter. Der Schlaf wird die Gedanken übernehmen, ohne dass du es
merkst - und weg bist du! 5 Minuten sind eine lange Zeit, in der du viele
möglichst surreale und traumartige Bilder erfinden kannst. Wichtig:
Während der Traumreise nicht an konkrete oder reale Situationen oder
Probleme denken! Etwa so könnte das aussehen: "Du liegst am
Strand und die Sonne wärmt dich. Ein Heißluftballon kommt vorbei,
landet und du steigst ein. Du fliegst über das Meer. Der Ballon verwandelt
sich in einen Vogel. Du fliegst zu einer schwebenden Stadt. Dort ist ein
Kongress auf einem großen Platz und alle Teilnehmer haben einen
Löwenschwanz und Pfauenfedern am Rücken. Seifenblasen füllen
die ganze Kongresshalle (sic!) und die Kongreßteilnehmer, die jetzt
alle aus Stein sind, kleben daran fest." Und so weiter ... Viel Erfolg
und gute Nacht!
Wieso ist in einem Auto der einzige (wirklich der einzige!) unbeleuchtete
Schalter der Innenraum-Lichtschalter? Hat sich der Designer etwa gedacht
"Wieso, wenn ich das Licht aus machen will, isses doch hell und man
kann den Schalter leicht finden"?
Ach ja, um den handelt es sich: Saab 900 II.
Der Konzepter ist _nicht_ der Anwalt des Users, weil dieser nicht auf
der Anklagebank sitzt. Vielmehr sollte er der Vermittler zwischen Userinteressen
und Auftraggeberinteressen sein und diesen zu einem möglichst harmonischen
Miteinander verhelfen.
Abstrakt betrachtet sind die Interessen des Users immer auch die Interessen
des Auftraggebers. Seine Herausforderung ist es, diesen Userinteressen
besser als die Wettbewerber zu entsprechen, das dann öffentlich bekannt
zu machen und gleichzeitig ein erfolgreiches Erlösmodell zu implementieren.
Mit Facebook und iPhone kann ich die Zeit in der U-Bahn nutzen. Früher
habe ich nur ein Buch gelesen oder nachgedacht.
Das gute alte Fernsehen hat mir gestern verraten, dass alle Menschen mit
einem Gendefekt ausgestattet sind, den alle Affen nicht haben. Dieser
Defekt sorgt für unsere vergleichsweise verkümmerte Kaumuskulatur.
Der Haupteffekt ist, dass wir damit schlecht zubeißen können.
Der Nebeneffekt ist, dass wir nicht die riesigen Kaumuskeln der Affen
neben den Ohren unterbringen müssen und das Gehirn Platz zum Wachsen
hat.
Wie aber schaffte es nun der erste Affe, der mit diesem Gendefekt geschlagen wer, seine minderwertigen Erbanlagen fortzupflanzen, wo er doch aufgrund seiner mangelnden Beißkraft eines der schwächsten und harmlosesten Mitglieder seiner Gruppe war? Nehmen wir an, dieser mutierte Affe war ein Männchen. Er wollte gerne seine Gruppe anführen und sich fortpflanzen, hatte aber nicht die geringste Chance gegen den starken und erfahrenen Clanchef. Sein großes Gehirn ließ ihn clevere Ideen entwickeln, wie er im Kampf gegen den Clanchef trotz seiner schwachen Kaumuskeln gewinnen könnte. Die beste Idee, die ihm kam und die schließlich auch den gewünschten Erfolg brachte, war den Chef im Schlaf zu erschlagen. Kein anderer Affe war vorher auf so etwas gekommen. So wurde des Menschengeschlecht auf einer wirklich kreativen Idee gegründet und jede neue Idee, die wir haben, hätte ohne diese erste Idee nicht entstehen können.
P.S.
Vielleicht waren die beiden Affen ja auch noch Brüder...?
Eine unsortierte Liste:
Manches auch kontrovers zu diskutieren aber insgesamt inspirierend:
Von Berliner Brandung:
Deutscher Facebook
Blog
Facebook
How To
+: Vorteil
-: Nachteil
Feature |
App |
Website |
Nutzung der Sensoren (GPS, Kompass, Beschleunigung,
Lage) |
+ |
- ( zZ. nur teilweise möglich) |
Nutzung Mikrofon, Cam |
+ |
+ |
Speichern von Daten im Gerät |
+ |
- (umständlich) |
Speichern von Daten auf Server |
+ |
+ |
Bedarf an Speicherplatz durch Download (+Trafficverbrauch) |
- (begrenzter Speicherplatz) |
+ |
Dauer Ladevorgang beim Start (+Trafficverbrauch) |
+ |
- |
Offline-Nutzung möglich |
+ |
- |
Zugang zu mit anderen Geräten gespeicherten
Daten |
- (nur bei Server-Datenbank) |
+ |
Proprietäre Entwicklung |
- |
+ |
Versionsupdate/ Bugfixing |
- |
+ |
Zentraler Appstore |
- oder + ??? |
- oder + ??? |
3D, Games, Animationen |
+ |
- |
Flash möglich |
- |
- |
Preis Download und/ oder Nutzung |
+ (Anbieter) |
+ (User) - (Anbieter) |
iTunes kann für Abo genutzt werden |
+ |
- (über Umwege?) |
Andere Bezahlmodelle möglich |
- |
+ |
Freigabeworkflow / Abhängigkeit von Apple |
- |
+ |
Anzahl Entwickler |
- |
+ |
Ergo:
Spiele und persönliche Daten: App
Info und Aktuelles: Web
Allerdings muss man berücksichtigen, dass mit iPad & Co. (noch?)
eher nach Apps gesucht wird, als nach Webseiten (auch weil das Surfen
im Netz (noch?) nicht 100% befriedigend funktioniert).
Inspirierend: Kreative
Websites
In eigener Sache: Jetzt weiß ich endlich, wie langsam meine Rechner
sind: www.speed-battle.de
. Gibt's auch auf englisch: www.speed-battle.com
. Online CPU Performance Vergleich - oder Browser-Speed-Check, ganz wie
man will.
| Mein
Score |
||||
|
9.28 |
||||
Testreihe: 2657 |
||||
In Zeiten von Schlagworten wie "Gewinnmaximierung" und "Effizienzsteigerung"
scheint "Redundanz" mehr denn je auf der Abschussliste zu stehen.
Mindestens eine Ausnahme sollte man jedoch bedenken: In der Benutzerführung
einer komplexen Website mit breiter Zielgruppe sind Redundanzen von Vorteil.
Verschiedene Angebote holen Nutzer mit unterschiedlichen Vorkenntnissen
und Vorlieben an jeweils auf sie abgestimmten Stellen ab und führen
sie zu den gesuchten Informationen und Prozessen. So kann es sein, dass
man von ein und demselben Screen über einen Teaser, die Navigation,
eine einblendbare Sitemap, eine Tagcloud (wer das noch machen will) und
einen Quick-Link zum gleichen Ziel gelangt. Die Kunst besteht wieder einmal
darin, die richtige Balance zwischen überflüssigen oder gar
lästigen Doppelinformationen und -funktionen sowie sinnvoller Vielfalt
zu finden.
Hier ein einfaches Beispiel für ein Formular-Feinkonzept:
"Bei Klick auf >>Absenden<< werden die Eingaben überprüft.
Bei fehlerhaft ausgefüllten Feldern werden diese rot markiert."
Diese Beschreibung scheint klar zu machen, wie das Fomular verarbeitet
werden soll. Zumindest dem Kunden reicht diese Beschreibung meist aus
und für ein sehr einfaches bzw. knapp kalkuliertes Projekt muss das
vielleicht auch als finale Version des Feinkonzepts genügen.
In der Realisierung werden sich bei dieser oberflächlichen Beschreibung aber viele Fragen ergeben und zu Kopfschütteln oder Ärger bei Designer und vor allem beim Programmierer führen:
Aus einem einfachen Satz zum Fehlerverhalten eines Formulars kann also stundenlange Arbeit werden, wenn man eine sehr detaillierte Beschreibung benötigt. Hier sollte man sich genau überlegen, welche Detailtiefe sinnvoll und vom Budget her möglich ist.
Ein Tipp, wie man relativ simpel ein große Menge der offenen Fragen
verbal lösen kann: Einfach ein Beispielformular benennen, das sich
so verhält, wie man es sich wünscht: "Fehlerbearbeitung
siehe http://www.beispieldomain.de/beispielformular.php". So kann
man sich theoretisch eine Menge Arbeit ersparen. Allerdings ist dann der
Programmierer genötigt, besagtes Beispielformular diverse Male auszuprobieren,
bevor er dessen Funktion verstanden hat - nicht gerade nett vom Konzepter.
Lesson Learned: Jeder halbwegs neue und komplexe Prozess mit intensiver
Userinteraktion (nicht nur im Internet) braucht in der Designphase einen
Projektabschnitt, der sich damit beschäftigt, wie das System ausgetrickst
werden kann und was der technische GAU wäre. Nach dieser Phase muss
man dann entscheiden, ob man die gefundenen Sicherheitslecks und Risiken
abdichten will.
Gut (Interactive): Toyota
iQ Font
STARK (Kino): CANAL+,
Closet
Wenn fünf Auftraggeber mit je einem Projekt jeweils fünf verschiedene
Auftragnehmer fragen, ob sie das Projekt realisieren wollen, denkt jeder
dieser Auftragnehmer, er hätte die Gelegenheit, fünf Projekte
zu realisieren. So werden aus fünf realen Projekten 25 virtuelle.
Kunden müssen laut ihrer Firmenrichtlinien für IT-Projekte oft
auf einer lückenlosen Dokumentation der bestellten Anwendungen bestehen,
um sich nicht vom Hersteller abhängig zu machen. Eine Dokumentation
für den Betrieb einer Website/Webapplikation macht sicher Sinn. Eine
Dokumentation aber, die es erlauben soll, von einem neu ins Boot geholten
technischen Dienstleister schnell Änderungen an der ihm unbekannten
Applikation durchführen zu lassen, ist bei einer durchschnittlichen
Lebensdauer von Webapplikationen von 2-5 Jahren nicht sinnvoll. Der Aufwand
zur Erstellung einer diesen Zweck wirklich erfüllenden Dokumentation
wäre so groß, dass er leicht 30% des Projektvolumens betragen
kann. Da das niemand im Online-Business anbieten oder bezahlen mag, wird
(zum Glück) meist nur eine Fake- oder Beruhigungsdokumentation erstellt.
Sollte wirklich ein neuer Anbieter sich in den alten Code einarbeiten
müssen, würde er schnell merken, wie lückenhaft die dafür
erstellte Dokumentation ist. Besser ist es für den Auftraggeber,
sich von Anfang an einen wirtschaftlich gesunden Dienstleister zu suchen,
der wahrscheinlich in den nächsten 2-5 Jahren noch existiert und
sich ein gutes Verhältnis zu diesem zu bewahren. Zur Sicherheit könnte
man auch die Namen der maßgeblichen Programmierer und IT-Architekten
in Erfahrung bringen. Könnte ja sein, dass diese zu dem Zeitpunkt,
an dem Änderungen in der Software erforderlich sind, gar nicht mehr
beim ursprünglichen Hersteller arbeiten.
Ich habe eigentlich noch kein Projekt erlebt, in dem eine alte Dokumentation
von einem neuen Dienstleister für massive Änderungen gebraucht
oder wirklich erfolgreich(!) verwendet wurde.
Es gibt nur ein einziges Tool und einen einzigen Prozess, die in der Projektrealisierung
ausnahmnslos von allen Agenturen verwendet werden, die ich bisher von
innen gesehen habe (immerhin mehr als 15). Das Tool heißt "Kaffemaschine"
und der Prozess heißt "Kaffe kochen".
Im Umkehrschluss heißt das wohl, das alle anderen Tools und Prozesse
irgendwie ersetzbar zu sein scheinen.
Blindseiten sind Seiten, die nicht direkt über die Navigation erreicht
werden können, sondern die nur aus dem Context, dem Content oder
z.B. über die Suche verlinkt sind.
Generell gilt: Am besten wäre es, wenn immer alle Seiten in der Navigation erscheinen, damit sie über möglichst viele Zugangswege (von denen die Navigation einer ist) gefunden werden können. User, die erst einmal einen allgemeinen Überblick über eine Website gewinnen wollen, nutzen oft die Navigation oder die Sitemap - Blindseiten bleiben hier unsichtbar. Aber nicht immer ist es möglich oder sinnvoll einer einzelnen Seite auch einen Navigationspunkt zuzuweisen.
Wann kann man Blindseiten verwenden?
Zum einen dann, wenn der Platz für die Navigation begrenzt ist oder
die Navigation zu komplex zu bedienen oder zu verstehen würde, wenn
jede Seite dort abgebildet wird.
Zum anderen, wenn sich viele Einzelseiten in einem Bereich stark ähneln.
Dies ist z.B. bei Detailseiten in häufig aktualisierten Bereichen
der Fall, die einem gemeinsamen Cluster angehören (Termine, Jobs,
News). Bei Produkt-Detailseiten kommt es darauf an, wie viele Produkte
es im jeweiligen Unterbereich gibt - prinzipiell ist es günstig,
wenn man jedes einzelne Produkt auch in der Navigation findet, da User
oft nach einzelnen Produkten suchen und dafür u.U. die Navigation
verwenden möchten.
Wichtig: Blindseiten sollten nicht mehrere Ebenen in die Tiefe gehen. Nur eine einzige Ebene sollte der Naviagtion fehlen. Wenn es mehr Ebenen wären, würde die Orientierung in der Site trotz Breadcrumbs schwierig werden.
Wie kann man sich behelfen, wenn man Blindseiten weitgehend vermeiden
möchte?
Eine Lösung wäre, im Content- oder Marginal-Bereich eine Hilfsnavigation
(ähnlich einer Anker-Navigation) einzufügen. Außerdem
hilft eine Brotkrumennavigation bei der Orientierung auf Seiten außerhalb
der Navigation.
Beispiel für ein erklärungsintensives technisches Markenprodukt..
Beispiel für ein erklärungsintensives technisches Markenprodukt..
Was hier fehlt: FAQ! Ca. in Höhe auf Cross-Linking.
Beispiel: Die (vorgegebene) Navigation umfasst unter anderem die Bereiche
„Produkte“ und „Service“. Jetzt gilt es, den Content
„Online-Produktschulung“, der eigentliche in beide Bereiche
passen könnte, zu "verorten". Ich gehe im Beispiel davon
aus, dass es noch einige Hauptmenüpunkte mehr gibt und die Seite
insgesamt eine gewisse Komplexität aufweist.
Nun gibt es (1.) die Möglichkeit, den neuen Content nur dort zu verorten, wo er am ehesten hingehört. Das hat den Nachteil, dass er im anderen Bereich, wo er eigentlich auch ganz gut passen würde, nicht gefunden wird. Zumindest nicht über die Navigation.
Oder man dupliziert (2.) den Content. Mit dem Nachteil, dass er dann auch doppelt gepflegt werden muss, wenn das CMS dazu nicht automatisch in der Lage ist. Außerdem fragt sich der User, worin eigentlich der Unterschied zwischen den beiden Bereichen besteht, bzw. ob es überhaupt einen gibt.
Oder man verlinkt (3.) aus dem zweiten Navigationsbereich bei Klick auf den Navigationspunkt direkt in den ersten Bereich, wo die Seite abgelegt wurde. Mit dem Nachteil, dass der User unbewusst den Bereich wechselt und wieder Verwirrung über die Bedeutung der beiden Navigationspunkte entstehen kann, bis der User irgendwann die Linkmechanik entschlüsselt hat.
Die beste Lösung ist vermutlich, den Content nur dort zu verorten, wo er am ehesten passt (4.) und im anderen Navigationsbereich eine Verweis-Seite einzurichten, die mit einem Einzeiler-Text auf den Content im anderen Bereich verlinkt. Zusätzlich ist es hilfreich, wenn die Einträge in den beiden Navigationsbereichen unterschiedlich benannt werden, so dass der User beim Browsen durch die Navigation nicht auf zwei exakt gleiche Begriffe stößt (hier z.B. „Online-Produktschulung“ und „e-Learning“). Nachteil dieser Lösung ist, dass aus dem zweiten Bereich zwei Klicks zum Erreichen des Contents notwendig sind.
Natürlich ist auch die Verwendung von Teasern oder Quicklinks etc.
möglich - aber hier sollte es ausschließlich um die Problematik
der Navigationsstruktur gehen. Ziel einer Navigation ist es nicht, im
wissenschaftlichen Sinn streng logisch, sondern für verschiedene
Usergruppen intuitiv benutzbar zu sein.
Wie schätzt man (z.B. für die Erstellung eines Angebots) den
Arbeitsaufwand eines Projekts über das wenig bekannt ist?
Es hilft hier meist nicht, sehr detaillierte Annahmen zu treffen und dann den Aufwand für jeden vermutlichen anfallenden Arbeitsschritt in Manntagen zu schätzen. Diese Vorgehensweise ist sehr aufwändig und auch nicht besonders genau, wenn das Projekt noch sehr vage ist.
Besser ist es, das Projekt mit anderen zu vergleichen, die bereits abgeschlossen wurden. Hier kann man die in der Vergangenheit tatsächlich angefallenen Aufwände (Arbeitsstunden) um gewisse Faktoren korrigieren, die beim gerade aktuell zu schätzenden Projekt (vermutlich) anders liegen und bekommt so sehr schnell einen Überblick über das Volumen des Projektaufwands. Erst vergleicht man altes und neues Projekt grob miteinander und schätzt eine Differenz von +/- X Prozent. Dann vergleicht man im Detail noch einmal die einzelnen anstehenden Aufgaben und schätzt wieder eine Differenz von +/- X Prozent. So sieht man gleich, ob die vorangegangene grobe Schätzung auch plausibel war.
Wenn diesen Vergleich zwei Personen unabhängig voneinander durchführen und mit insgesamt zwei oder drei vergangenen Projekten verglichen wird, kommt man innerhalb von Minuten zu belastbaren Annahmen, die die gleiche oder eine höhere Genauigkeit haben, wie detaillierte Stundenschätzungen für jeden einzelnen Arbeitsschritt.
Ein (vereinfachtes) Beispiel für das Fachgebiet "Konzeption":
Nielsens Alertbox
Boxes and Arrows:
The design behind the design
A List Apart
User Interface Engineering
- Usability Research, Training, and Events - UIE
Digital Web Magazine
Smashing Magazine
UXmatters
:: Insights and inspiration for the user experience community
UI Trends
The Hot Strudel
IA TV
Ein guter Konzepter macht sich mehr Gedanken über die Karriere des
persönlichen Ansprechpartners beim Auftraggeber als über den
Erfolg dessen Unternehmens oder seiner Marke. Ein sehr guter nicht.
Usability: Das Unbekannte logisch oder intuitiv gestalten. Das Bekannte
bekannt gestalten.
Lou Rosenfeld about managment reports:
"Numbers have to be there - even if they are not very valuable.
Just to prove that work is happening."
Betreffzeilen helfen, schnell einen Eindruck über den Inhalt einer
Mail zu gewinnen. Wenig hilfreich sind leere Betreffzeilen oder die Verwendung
von alten, nicht mehr zutreffenden Betreffzeilen in Antworten, wenn inhaltlich
gar kein Bezug mehr auf das urspüngliche Thema genommen wird.
Wie sollte die „perfekte“ Betreffzeile gestaltet sein? Folgende Elemente sind sinnvoll:
Und das alles natürlich so verständlich und so kurz wie möglich.
Beispiel: „Relaunch09 - Neues Problem - Wir kriegen keine Internetverbindung
ins Hotel!“
So skaliert man den komplett Inhalt eines Powerpoint-Slides maßstabsgetreu
(und mit Schriftgrößen!) :
Ohne Schrift ginge es mit "gruppieren - skalieren - entgruppieren".
Mit Schrift muss man aber die Folie erst in ein neues Dokument kopieren.
Dort dann die Seitengröße unter "Seite einrichten"
ändern (größere Seite wählen, wenn man verkleinern
will). Dann das Slide in das Ursprungsdokument zurückkopieren. Ein
paar Ränder können jetzt verrutscht sein, aber im Großen
und Ganzen werden alle Teile gleichmäßig skaliert, auch die
Schrift.
An welche Schlagworte wird man sich in 20 Jahren an den Stammtischen der
Republik zu jedem Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts erinnern?
Die 50er:
Wirtschaftswunder und Aufschwung
Kalter Krieg - Korea
Rock 'n' Roll und Rockabilly
Die 60er:
Sixties Style
Flower Power und Hippies
Mehr kalter Krieg - Berliner Mauer
Vietnam
Rock, Beatles und Rolling Stones
Studentenbewegung
Die 70er:
Disco und Glamour
England: Punk, Mods, Skins
Rock-Giganten: Genesis, Stones, AC/DC
Drogen
Die 80er:
Punk, No Future, Hausbesetzungen
Neue Deutsche Welle
Madonna, U2, Westernhagen und Co.
Popper, Waver, Gothic
EU
PC, Computerspiele, BTX und FidoNet
Die 90er:
Apple-Kult
Handys
Internet
Wiedervereinigung und Entspannung
Die 2000er:
iPhone und iPod
Internet-Blase
Finanzkrise/Wirtschaftskrise
9/11, Irak und Afghanistan
Die 10er:
Mobile Web?
Klimawandel und Naturkatastrophen?
China?
...
Sprüche, wie ...
"Jetzt ABC und gewinnen!"
"Jetzt XYZ und sparen!"
"ABC und einfach DEF!"
"Einfach UVW und XYZ!"
Laaaangweilig!
Auch schlimm:
"Kostenloser Newsletter!"
Obwohl die Idee nicht besonders originell ist, würde man wahrscheinlich
beim London International Advertising Award mit folgender Idee gewinnen:
Man schießt einen Beamer mit einer Rakete in eine lunare Umlaufbahn,
um auf die komplette Oberfläche des Mondes das Bild der Erde zu projizieren.
Zum Beispiel als Werbung für den Fernsehsender HBO. Hauptsache es
war teuer und die Vorbereitungszeit hat lange gedauert - egal wie gut
die Idee ist.
Schon wieder ein Beitrag zu diesem Thema, aber mit anderem Aufhänger
(siehe Wie entsteht Bedienkomfort?)!
In der "brand eins" vom November über das Thema "Improvisation"
heißt es, ein rein deutscher Ansatz sei es, ein Projekt in eine
Konzeptions- und eine anschließende Realisierungsphase einzuteilen.
In angelsächsischen Ländern dominiere die Projektrealisierung
durch Feedback-Runden und Trial-And-Error.
Gerade für komplexe Webprojekte ist diese Methode aber auch in Deutschland
vorzuziehen. Besonders, wenn die Qualität der Anwendung primäres
Ziel ist. Statt der hierzulande üblichen (unverrückbaren) Reihenfolge
1. Grobkonzept
2. Feinkonzept
3. Technische Spezifikation
4. Umsetzung
5. Funktionales Testing
6. Usability-Test
7. Anpassungen
8. Go-Live
sollte man folgende (flexibel zu handhabende) Reihenfolge anwenden:
1. Zieldefinition
2. Grobkonzept
3. 1. Prototyp
4. Überprüfung Zielerreichung
5. 2. Prototyp
6. Usability-Test
7. Beta-Release
8. Go-Live
"Anpassungen" erfolgen laufend zwischen den Schritten. Vermutlich
ist diese "amerikanische" Methode auch nicht teurer (aber auch
nicht billiger!) als die deutsche, da man sich einige umfangreiche theoretische
Spezifikationen und Dokumentationen sowie vollkommen überverfeatureter
Rohrkrepierer sparen kann. Sie sollte aber zu einem qualitativ besseren
Ergebnis als die "Wasserfallmethode" führen und bedeutet,
dass die Teams in anderer Zusammensetzung und anderer Reihenfolge arbeiten
müssen. Einige andere dafür notwendige Umstellungen sind außerdem
noch im alten Blog-Beitrag Wie entsteht
Bedienkomfort? beschrieben.
Mein Vorschlag zur optimalen Dateibenennung (eigentlich ein Projektmanagementthema,
hat aber natürlich auch schwer mit IA zu tun):
Dokumententyp_Projektname_Kundenkürzel_Agenturkürzel_JJMMTT_Version_letzterAutor
Beispiel:
Grobkonzept_Relaunch09_DB_K+L_081224_v1.2_fg.doc
Nach Namen sortiert stehen die inhaltlich ähnlichen Dokumente zusammen,
gleiche Dokumente mit unterschiedlichen Versionen stehen direkt untereinander
und auch losgelöst von einer Ordnerstruktur kann man (Agentur und
Kunde) über Kundenkürzel und Agenturkürzel schnell eine
Zuordnung treffen, ohne das Dokument öffnen zu müssen.
P.S.
Underlines sollten keine weiteren als die oben gezeigten verwendet werden,
sondern nur Bindestriche, wie bei "Relaunch-Webspecial-09".
...es im Universum einem Planeten gibt, um den ein einziger Mond kreist,
der vom Planeten aus praktisch genauso groß erscheint, wie die Sonne
dieses Planeten?
Alles klar?!
Hat sich darüber schon mal jemand Gedanken gemacht?
"Die sind alle! Haben wir aber nachbestellt!"
"Aha! Schön zu wissen!"
08:34 Uhr in der Agentur. Um 10:00 Uhr ist die Pitchpräsentation
und wenn wir nicht in einen Stau kommen, brauchen wir mindestens 45 Minuten.
Die Handouts für den Vorstand sind endlich, nach ad-hoc Reparatur
des Farblasers und Neuausdruck aller Seiten wegen falscher Fußzeilen,
produziert, liegen aber nur als lose Blattsammlung vor. Und der Copyshop
öffnet erst um 09:30 Uhr. Die Binde-Spiralen sind definitiv alle!
Wenn man eine derartige Situation vermeiden will (die man zwar irgendwann
schmunzelnd seinen Enkeln erzählen kann), die langfristig dafür
sorgt, dass man den Job stressig findet, plant man besser die Projekte
so, dass alle Dokumente 24 Stunden vor der Präsentation fertig „zu
sein haben“. Dazu gehört natürlich ein Commitment aller
Beteiligten, diesen Termin halten zu wollen, sowie die Übereinkunft,
dass selbst wenn noch kleineres Optimierungspotenzial nach Ablauf dieser
Frist gefunden werden sollte, man auf eine Überarbeitung der Unterlagen
verzichtet. Auf den letzten Drücker fertig zu werden ist irgendwie
nicht cool, sondern meist schlechte Planung.
"Datensicherheit" hat drei Aspekte:
SinnerSchrader sucht einen Senior-Konzepter mit ausdrücklich "sehr
gutem Allgemeinwissen". Oho! Das ist erfreulich.
Wäre eine weitere Ergänzung für Was
braucht ein Konzepter.
Außerdem sind die changierenden Farben auf der Startseite sehr
schön anzusehen: SinnerSchrader
Auch der Ansatz, die eigene Website fast nur aus Frames von anderen Webangeboten
zusammen zu setzen ist sehr interessant und ziemlich kreativ. Von Seiten
der Usability natürlich allerdings dann doch eher ... naja. Desahlb
wird sich die neue Website wohl auch nicht länger als 18 Monate halten
können. Nicht schön ist auch, dass man Verlinkungen aus dem
Fischmarkt-Blog heraus jetzt nicht mehr findet, weil die alte Website
wohl abgeschaltet ist.
Grüße nach Ottensen!
Mit Powerpoint Folienmastern kann man wiederkehrende Folieninhalte an
zentraler Stelle pflegen:
Ansonsten kann man Wireframes natürlich auch mit Visio machen, oder
mit Axure, oder sogar mit Word! Alle Programme haben ihre Vor- und Nachteile
und so ist es manchmal vom Projekt, den Erwartungen an die Dokumente und
von den beteiligten Parteien abhängig, welches am besten geeignet
ist. Ein späterer Artikel wird sich irgendwann mit den Auswahlkriterien
für Applikationen und Formate zur Feinkonzept-Erstellung befassen.
Foren sind Dinosaurier. Es gibt sie schon viel länger als das Web
2.0 und auch länger als das Web 1.0. Ihre Anfänge hatten sie
in Bulletin Boards und der BBS Software Anfang der achtziger Jahre (Achtung:
Nix Internet sondern Fidonet, Telfonhörer, Modem, Akustikkoppler
und so... Die Mutter aller Peer-to-Peer-Netzwerke sozusagen). Aber warum
sind dann Internet-Foren trotz der langen Erfahrung, die man mit ihnen
hat, immernoch so sehr unterschiedlich und in der Handhabung häufig
schlecht implementiert? Nicht einmal bei den Yahoo
Web Patterns
gibt es einen Vorschlag, wie Foren idealerweise zu realisieren seien.
Immerhin macht Martijn van Welie in seinen Web
Patterns
einen vernünftigen aber sehr knappen Vorschlag zu diesem Thema.
Was wir häufig in Foren sehen, sind lineare Threads, die streng nach Datum der Einträge geordnet sind. Diese Anordnung ist sinnvoll, wenn den Leser nur die neuesten Einträge interessieren (wie das bei Moderatoren oder bei Lesern der Fall ist, die das Forum kontinuierlich verfolgen). Wer ein altes Forum aber nachträglich und nur punktuell liest, der verliert schnell den Überblick, wenn auf Postings geantwortet wurde, diese Antwort aber optisch nicht dem Ursprungsposting zugeordnet, sondern einfach unten an die Liste angehängt ist. Selbst die korrekte Verwendung von Zitaten hilft kaum, wenn es zu Antworten auf Antworten kommt. Eine Lösung kann die vorgelagerte Darstellung des Threads als Baumstruktur sein (wie beim heise.de-Forum ), die aber weitere Klicks und vor allem Rücksprünge in die Baumstruktur nötig macht, um zu navigieren. Besser ist die Darstellung mit Einrückungen, in der die Antwort direkt unter dem Bezugsposting steht und nach rechts eingerückt wird. Hier ergibt sich das Problem, dass bei mehr als 10 bis 15 Antwortebenen eine Einrückung aus Platzmangel nicht mehr darzustellen ist. Ein Fall allerdings, der selten auftritt und den man dann getrost in Kauf nehmen kann. Ein sinnvolles Detail ist es, das Threadthema auf jeder Seite der Paginierung oben (ggf. verkleinert) zu wiederholen. Am allerbesten ist ein Forum, wenn der User seine Lieblingsdarstellung wählen und jederzeit zwischen verschiedenen Ansichten umschalten kann. Die Foren-Software Jive erlaubt derartiges Umschalten, allerdings ist mir kein Beispiel bekannt, wo es auch genutzt wird.
Weitere Probleme bei der Darstellung von Foren sind:
Auf motor-talk.de wird all dies ganz gelungen dargestellt. Es lohnt sich, hier mal rein zu schauen.
Da einfache lineare Foren den de facto Standard darstellen, auch wenn
sie für die Benutzung oft überhaupt nicht ideal sind, sollte
man sich überlegen, ob man für ein neu geplantes Forum diese
vertraute Darstellungs- und Gliederungsform überhaupt aufgeben darf.
Durch die Neuartigkeit einer Baum- oder der Einrückungsdarstellung
schafft man für viele Benutzer höhere Hürden, als man durch
die bessere Informationsarchitektur dieser alternativen Darstellungsformen
abbauen kann (s. Usability-Paradoxon).
Allerdings spricht nichts gegen, die hier besprochenen anderen Darstellungsmethoden
für Foren als Alternativen zusätzlich anzubieten. Vielleicht
setzt sich die eine oder andere davon ja mit der Zeit durch.
Kein Platz auf einer Startseite ist teurer verschenkt als der für
eine Tag-Cloud.
Wo es Sinn macht, ist gute alte "Top-List" wesentlich übersichtlicher und verbraucht weniger Platz.
Paradox: Von der Usability her schlechtere de facto Standards schlagen
bessere aber unbekanntere Methoden in der Usability. Die bekannteren Methoden
sind eben wegen ihrer größeren Verbreitung von der Mehrzahl
der User intuitiver zu bedienen (einmal gewählte Zielgeschosse in
einer Aufzugskabinen-Steuerung lassen sich niemals abwählen! Den
Blink-Wunsch nach rechts oder links im Auto muss man durch eine Schaltbewegung
nach oben oder unten ansteuern!).
Zum Thema:
Zwei Knöpfe, kein Plan!
und
Technikärgernisse
Die Frage nach einem Pitch-Honorar kann natürlich die Atmosphäre
mit dem Auftraggeber trüben. Andererseits werden bei einem umfangreichen
Pitch mit vielen Teilnehmern manchmal monetäre Werte in der gleichen
Größenordnung „vernichtet“, wie eigentlich beauftragt
werden sollen. Oder noch schlimmer: Am Ende des Pitches wird niemand beauftragt,
auch der Gewinner nicht (kommt vor!). Ein erfolgsabhängiges Pitch-Honorar
kann für beide Seiten einen guten Kompromiß darstellen. Den
Vorschlag dazu kann man auch als Agentur durchaus machen. So sieht er
im Detail aus:
Ein angemessenes Pitchhonorar (mindestens 70% der vermutlich anfallenden Kosten) wird bei Abgabe der Pitchunterlagen an jeden Teilnehmer gezahlt. Kommt eine Agentur in das beste Drittel der Teilnehmer (oder wird Zweiter), darf sie das Geld behalten. Im mittleren Drittel platziert zahlt sie 40% zurück. Landet sie im unteren Drittel, zahlt sie 90% zurück. Hierfür müssen allen teilnehmenden Agenturen die Ergebnisse des Pitches in einer Rangfolge bekannt gegeben werden (wobei jeder Agentur jeweils nur diejenigen Agenturen genannt werden, die vor ihr im Ranking gelandet sind!). Gründe für die Platzierungen müssen nicht angegeben werden. Die Rückzahlung des Geldes wird fällig, wenn innerhalb eines Jahres nach Ende der Ausschreibung die im Pitch aufgerufenen Leistungen an einen Pitchteilnehmer nahezu komplett (mehr als 75%) beauftragt werden. Das Pitchhonorar ist, wenn der Auftraggeber dies wünscht, auf einem Treuhandkonto zu hinterlegen, evtl. Gebühren übernimmt der Auftraggeber.
Klingt zumindest gerecht.
P.S.
Wenn der Auftraggeber eine solche Regelung von sich aus nicht vorsieht, so kann doch jede teilnehmende Agentur versuchen, etwas Ähnliches für sich selbst auszuhandeln.
Besonders gute Argumente hätte die Agentur natürlich, wenn ein solches Verfahren von einem offiziellen Gremium (BVDW o.ä.) empfohlen würde.
Andere Rahmenbedingungen, die man wissen sollte, bevor man sich zur Teilnahme an einem Pitch entscheidet:
- Nehmen mehr als 5 Agenturen teil, dann muss man schon ein gutes fachliches
Selbstbewußtsein haben, um trotzdem mitzumachen. Vor allem, wenn
man vorab überhaupt keine persönlichen Kontakte zum Auftraggeber
hat. Irgendwelche der anderen Agenturen haben sie nämlich.
- Nimmt der Etathalter an der Ausschreibung teil, besteht immer die Gefahr,
dass es sich nur um einen pro forma Pitch handelt.
- Ohne Veröffentlichung der Budgetvorstellungen droht die Gefahr,
dass der Kunde um den Faktor 10 kleiner denkt als die Agenturen oder dass
eine der Agenturen um den Faktor 10 kleiner denkt als alle anderen.
P.P.S.
Stark: http://www.kampagnenstart.de/2005/05/24/konnen-sie-auch-altweiss
Das ist eine gute Frage. Immer wieder erklärt man Freunden, Bekannten
oder Familienangehörigen (oder sogar potenziellen Auftraggebern!),
was man als Konzepter eigentlich macht und am Ende kommt dann meist die
glückliche Erleuchtung beim Gegenüber: "Ach, du bist also
Webdesigner!" Sofort zweifelt man an den eigenen Fähigkeiten,
relativ abstrakte Informationen einfach zu präsentieren. Eine Fertigkeit,
die man ja als Konzepter eigentlich dringend haben sollte. Wenn es ganz
arg kommt oder man die Reaktionen noch nicht gewohnt ist, stürzt
man darüber vielleicht sogar in eine berufliche Sinnkrise. Aus Verzweiflung
kann man also entweder mit anderen Worten von vorne mit dem Erklärungsversuch
beginnen oder ein "ich mach' Informationsarchitektur" hervorstammeln.
Der Begriff "Informationsarchitektur" besteht aus zwei einzelne
Worten, die der Gegenüber kennt und einschätzen kann und deren
Kombination wichtig, beeindruckend und selbsterklärend klingt. Im
günstigsten Fall reicht das, um den Frager vor weiterer Verbalrecherche
abzuschrecken. Als Erkenntnis bleibt: Dass Konzeption einer Website eigentlich
notwendig ist, wird landläufig keineswegs als selbstverständlich
angesehen - jeder, der sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt
hat, denkt eigentlich nur an einen Designer und vielleicht noch an einen
Programmierer, die man für so ein Projekt brauchen könnte. Projektmanager
und Konzepter haben keine öffentliche "Awareness". Zum
Glück merkt jeder, der eine Website machen oder beauftragen will,
schnell von ganz alleine, dass mindestens diese zwei Gewerke auch noch
dringend gebraucht werden.
Von diesem Dilemma der Berufsbeschreibung sollte dieser Blogartikel allerdings überhaupt nicht handeln! "Was macht der Konzepter eigentlich" bezieht sich vielmehr auf die beliebte, oft humoristisch verwendete Frage auf das, "was hinten raus kommt". Was liefert der Konzepter eigentlich an Dokumenten? Diese Frage ist entscheidend für die Aufwandsabschätzung und für die Projektplanung und sollte in jedem guten Projekt zusammen mit einer Timeline der jeweiligen Lieferzeitpunkte vorab geklärt werden. Dabei geht es nicht nur um die Dokumente, die dem Kunden übergeben werden sollen, sondern auch um die Dokumente, die für das Projekt intern benötigt werden. Diese ganze Planung wird allzu gerne vergessen.
Mit einer einfachen Liste kann man bestimmen, welche Deliverables vom Konzepter direkt oder unter dessen Mitarbeit erstellt und gepflegt werden müssen. Durch Abstreichen der für ein bestimmtes Projekt zutreffenden Punkte kann man zusammen mit dem Projektmanager sehr schnell den konzeptionellen Aufwand eines Projekts überschlagen. Entscheidend ist, zusätzlich zu der Auswahl der Dokumente auch eine Liefer-Timeline, den Detaillierungsgrad und voraussichtlichen Umfang jedes Dokuments abzuschätzen (den Detaillierungsgrad beschreibt übrigens nichts besser und schneller als ein geeignetes allen Beteiligten bekanntes Beispiel ("Best Practice")).
Für die Abschätzung des Konzeptionsaufwandes sind dann noch zu berücksichtigen: voraussichtliche Kundenabstimmungsmeetings, interne Abstimmungsmeetings, Korrekturschleifen, Reisezeiten, Recherchezeiten ...
s. hierzu auch: Was kostet ein Feinkonzept?
Coole Grafik oder Barrierefreiheit? Trotz guter Designer mit Barrierefreiheits-Know-How
muss man sich meistens letztendlich zwischen diesen beiden Ansätzen
entscheiden. Eine wirklich außergewöhnliche, extravagante und
hochklassige Designleistung ist meist nicht barrierefrei umzusetzen (oder
sie ist gleich komplett in Flash gedacht). Das hat zur Folge, dass alle
Websites der öffentlichen Hand 1a barrierefrei sind, aber fast gleich
aussehen. Und alle Markenkommunikationssites sehen klasse aus, pfeifen
aber auf Barrierefreiheit.
Bevor man sich hier überlegt, wie man beiden Ansätzen in einer Lösung gerecht werden kann und daraus ein fauler Kompromiss entsteht (weder innovatives Design noch 100% barrierefrei), sollte man dem Auftraggeber gleich eine zweigleisige Lösung nahe legen. Ein gutes CMS kann alle Inhalte in verschiedenen Layouts rendern und so kann eine ausgefeilte Grafiklösung ohne Barrierefreiheit als Master und 95% der Besucher produziert und eine extrem schlicht gehaltene Text-Lösung als barrierefreier Fallback zusätzlich geliefert werden. Wichtig für die Benutzbarkeit ist dabei, dass man auf jeder Seite in den jeweils anderen Darstellungsmodus wechseln kann. So ähnlich, wie es beim Simple Mode gedacht ist.
Die Doppelaufwände hierfür sind vermutlich nicht höher als die Aufwände für die Versuche, ein komplexes Layout 100% barrierefrei hinzubekommen.
P.S.
Die vorgeschlagene Lösung wird schon lange vereinzelt für Flash-Seiten angeboten, für innovatives HTML-Design ist sie aber anscheinend noch nicht in Verwendung.
Testen macht keinen Spaß! Den allermeisten Menschen zumindest nicht.
Wer muss es also machen? Entwickler und Konzepter sehen da meisten den
gleichen Sündenbock: Den Projektmanager. Doch der ist es nicht! So
traurig es sich anhört: Entwickler und Konzepter müssen selber
testen (und dafür auch die nötige Zeit haben). Der Projektmanager
muss die implementierten Funktionen eigentlich gar nicht bis ins letzte
Detail kennen - es ist allerdings nicht schlecht, wenn er es doch tut
und damit das Testen unterstützen kann. Bei großen Projekten
hilft ein Testplan, der, wenn er gut ausgearbeitet ist, auch von Dritten
absolviert werden kann. Diesen Testplan schreiben aber wiederum hauptsächlich
Konzepter und Entwickler. Beide kommen in fast jedem Fall um's eigenhändige
Testen nicht herum. Der Eine nach Fertigstellung der Funktion, der Andere
zur finalen Abnahme nach dem Testlabor (wenn es denn eines gibt).
Sollte das soweit geklärt sein, kommt es trotzdem immer wieder zu unschönen Szenen zwischen Concept Development und Engineering: Einerseits: "Warum testet der Entwickler nicht, was er macht?", "Warum liest er das Konzept nicht?", "Warum muss ich alles doppelt und dreifach testen?" Andererseits: "Warum konzipiert der Konzepter so unverständlich und immer wieder alles neu, obwohl wir schon Lösungen haben?", "Warum muss ich mir die Spezifikationen aus irgendwelchen Textboxen zusammensuchen?, "Ich habe kein Powerpoint auf meinem Linux-Rechner und will es auch gar nicht haben - arbeite ich halt mit uralten Ausdrucken!", "Warum vergisst der Konzepter immer die Spezialfälle?", "Wo testet der eigentlich? Bei mir lokal läuft's doch!"
Es ist schwer zu klären, wer hier "Recht" hat. Was hilft sind jedoch etwas weniger detaillierte Wireframes und stattdessen zu jeder Funktion oder zu jedem Screen eine (sehr einfach zu haltende) Liste der zu testenden Fälle und erwarteten Ergebnisse, die der Konzepter für den Entwickler schreibt. Dies sind dann vereinfachte Usecases. Hat der Entwickler alle aufgelisteten Fälle 100% positiv getestet und die Ergebnisse protokolliert, gibt er die Funktion frei zum (hoffentlich ersten und finalen) Test durch den Konzepter. Das Schreiben der Liste macht kaum Mehrarbeit für den Konzepter und der Entwickler weiss, woran er sich halten soll und woran er gemessen wird. Ein nachweislich falsch ausgefülltes Testprotokoll möchte ja wahrscheinlich niemand in seinen "Records" haben.
Thanks to Doro and Berlin IA Cocktail Hour
Hier wird Verwirrung gestiftet! Es folgt die Auflistung einiger Fachbegriffe
unter denen in der deutschen Agenturszene das Gleiche, aber auch etwas
ganz Unterschiedliches verstanden werden kann. Vor allem, wenn unterschiedliche
Disziplinen miteinander reden:
To be continued ...
Mein Vorschlag zur etwas vereinheitlichten Begriffsverwendung:
Zur Entstehungsgeschichte von Sevenload, StudiVZ, Xing, Mister Wong, Photocase
& Co.:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,520594,00.html
Woran liegt's?
Keine Ideen?
Kein Geld?
Kein Mut?
Keine Investoren?
Keine Selbstvertrauen?
Kein Markt ohne Vorbild-Funktion?
Aber man erinnere sich: Metropolis, Cycosmos, Geocities und Clickfish wurden oder werden stillgelegt, Wer-Weiss-Was verkauft, weil die deutschen Erfinder keine tragfähige Geschäftsidee aus ihren Angeboten entwickeln konnten. Hätten Sie die Communities weiterverfolgt und das Kapital gehabt, die Durststrecke bis zum Web 2.0-Hype zu überleben - sie wären heute alle Multimillionäre. Warum gehen eigentlich Wer-weiss-was und Netzpiloten (in der ursprünglichen guten Idee) zur Zeit nicht ab durch die Decke!!?? Weil es ohne amerikanisches Vorbild wirklich weder Vertrauen von den Investoren noch vom Konsumenten bzw. dem Markt gibt? Die Schlacht um die größte "Awareness", die Marken-Macht, das Monopol eines Web 2.0-Produkts wird nicht im Internet gewonnen - sondern in den klassischen Medien.
Was gab es Neues beim diesjährigen London International Advertising
Award in der Kategorie Digital Media? Nicht viel diesmal - oder nicht
viel, das direkt wegen der unmittelbaren konzepterischen Genialität
begeistert. Schön sind nach wie vor die Heidies, die Diesel.com gehijackt
haben. Schön, dass sich ein Kunde für diese Idee begeistern
ließ, die Interaktivität, Web 2.0, Produktpräsentation
und Big Brother vereint. Aber irgendwie hat sie auch einen schalen Beigeschmack,
da vermutlich niemand der Besucher wirklich je geglaubt hat, die Seite
sei tatsächlich gehijackt. Was soll also eine Aktion, die extrem
spontan wirken soll aber offensichtlich nicht ist? Bei der sogar jede
Userinteraktion vermutlich inszeniert ist und alles gestellt und geprobt
sein könnte, wahrscheinlich sogar ist? Begeisterung ruft so etwas
nicht hervor - selbst dem echten Big Brother nimmt man da mehr ungewollte
Komik und Spontanität ab. Schade, der Ansatz war gut, eine echte
Guerilla-Aktion wäre aber um ein vielfaches spannender geworden.
Z.B. hätte die Site wirklich gehijackt werden können. Mit versteckten
Kameras wäre die Reaktion der Techniker und Verantwortlichen gefilmt
worden, die diesen "Supergau" zu beenden versuchen. Oder man
hätte das peinliche, weil offensichtlich gestellte Hijacking gleich
weggelassen und eine Show daraus gemacht, die inszeniert sein darf, aber
Interaktionen aus dem Netz einbaut, die ernstzunehmender authentisch gewesen
wären. Oder eben keine Show, sondern ein Spielfilm, der interaktiv
im öffentlichen Raum nach Vorgaben der Netzgemeinde gedreht wird.
Oder oder oder
Einfach nur irgendetwas, das authentischer und glaubhafter
gewesen wäre - auch wenn es eine offensichtliche Marketingaktion
ist.
Weitere konzeptionelle Highlights, die speziell auf das Medium Internet bezogen sind, waren in London nicht großartig zu entdecken. Interessant ist die Entwicklung, dass ohne a) Videos oder b) 3D-Anwendungen/Renderings anscheinend wenig Award-wertes produziert werden kann momentan. Die reine konzeptionelle Idee rückt in den Hintergrund und es ist ohne Bewegtbildelemente schwer in den Kreis der als top-kreativ bewerteten Ideen vorzustoßen. Beispiele dafür sind die 3D-Games "Got Milk" und "Stella Artois", sowie die Video-Produktionen "Coke vs. Coke Zero", "Ikea Closet", "Diesel.com" (Heidies), "Nastuh Abootalebi", "Dove" und "Samsung", die gemeinsam gefühlte 50% der Preisträger ausmachen.
Und wo war eigentlich die gute Idee in der "Simpsons Movie"
Website? Wahrscheinlich versteckt und ich hab' mich einfach nicht intensiv
genug damit beschäftigt.
Erstklassige Usability ist nur durch Evolution möglich. Erzielt entweder
in Usability-Labs oder durch echtes Userfeedback in der freien Wildbahn
der Anwendung. Hier ist ausschließlich die Verbesserung der Bedienbarkeit
von besehenden Features, nicht aber die Weiterentwicklung oder gar Neuentwicklung
von zusätzlichen Funktionalitäten für ein bestehendes Web-Angebot
gemeint. Durch das Aushecken von neuen Funktionen und Features kann man
nur bei sehr viel Erfahrung und Intuition aus dem Stand gute Bedienbarkeit
erreichen. Die Korrekturschleife durch die Evolution macht eine Website
aber erst wirklich optimal. Leider wird häufig der Fehler gemacht,
dass keine Korrekturrunde eingeplant oder durchgeführt, oder diese
mit einer Erweiterung der Site kombiniert wird (Soft-Relaunch), wodurch
wiederum neue Funktionen erscheinen, die die Bedienkomfort-Evolution nicht
durchlaufen haben und die komplette Website damit von ihrem Usability-Optimum
fern halten.
Ergänzung v. 06.09.2008:
Schreibt keine zu fette Spezifikation!
Überlegt und beschreibt nicht wochen- und monatelang, wie etwas theoretisch aussehen oder funktionieren müsste! Baut stattdessen einen funktionalen Prototypen – am besten auf dem Produktionsserver des Originalsystems und verbessert diesen dann stufenweise. Also Iterationen statt Wasserfall! So kommen schneller billigere und bessere Ergebnisse zustande. Einziger Nachteil: Es könnte sein, dass es am Ende keine komplette und allumfassende schriftliche Spezifikation dessen gibt, was eigentlich realisiert wurde. Als Trost: Auch wenn man vorab alles exakt spezifiziert, muss man anschließend meistens bei der Umsetzung einiges ändern und pflegt dann die schriftliche Spezifikation aus Nachlässigkeit oder Zeitmangel sowieso nicht nach, was ebenfalls zum Ergebnis einer nicht aktuellen Spezifikation führt.
Hiervon abgesehen gibt es unbestreitbar auch noch die Nachteile, dass man bei diesem Verfahren keinem Drittanbieter ein komplettes und finales Konzept zur Realisierung auf den Tisch knallen (und sich darann davonmachen) kann und dass das Schreiben von Angeboten für einzelne abgeschlossene Phasen schwerer fällt - zumidest wenn man in den althergebrachten Phasen denkt. Man kann nämlich durchaus "bis zum ersten Prototyp", "bis zum zweiten Prototyp" etc. Angebote schreiben.
Macht Rapid Prototyping!
Wenn ich bei privaten Projekten selber Konzepter, Designer und Entwickler
in einer Person bin oder sein muss, dann konzipiere ich zuerst, anschließend
gestalte ich, dann implementiere ich. Dann konzipiere ich wieder neu,
was mir nicht ausreichend gefällt, designe die Änderungen und
optimiere anschließend die Implementierung. Wenn es sein muss, wird
dieser Zyklus auch ein drittes oder viertes Mal durchlaufen, bis ich eine
befriedigende Lösung gefunden habe. Warum sollten Projekte im Team
mit einzelnen Fachspezialisten bessere Ergebnisse bringen, wenn erst alles
komplett konzipiert, dann komplett designt und dann komplett implementiert
wird, ohne dass es Feedback- und Korrekturschleifen durch Prototypen gibt?
Viele, gerade deutsche Angebote im Internet oder nachzügelnde Me-Too
Sites fallen dadurch auf, dass die darauf vorzufindenden Ideen und Funktionen
von dutzenden anderen Webangeboten kopiert und auf dieser einen Seite
zusammengefügt wurden. Dieses Konglomerat an Funktionalität
fällt dann weder durch besondere Einzigartigkeit oder besonderen
Erfolg auf. Da findet man Tagcloud, Shoutbox, RSS-Feeds, Twitter-Kopien,
Empfehlungslisten, einen Routenplaner, einen oder mehrere Blogs, Google-Maps
und Google-Earth, diverse Widgets und Gadgets, Gewinnspiele, Votings und
Online-Games. Alles rankt sich rund um die eigentliche Idee der Website.
Diese kann z.B. eine Datenbank mit Waschempfehlungen für Problemflecken
sein, die für ein Marken-Spezialwaschmittel im Web erzeugt wird.
Warum wird der Fokus bei der Entwicklung der Website nicht ganz naheliegend
und anders gelegt? Etwa so: Wir machen die weltbeste(!) und bekannteste(!)
Fleckentfernungs-Beratungssite und setzen damit Maßstäbe. Alles
andere überlassen wir denen, die alles andere besser können
und wir lassen es weg, mindestens bis unser eigentliches Ziel erreicht
ist. Was schwierig genug ist.
Die Bitte lautet also: Macht das, was ihr eigentlich machen wollt, besonders gut! Wenn noch Zeit und Geld übrig sind, dann macht es noch besser! Legt ggf. noch eine Betaphase oder ein weiteres Usability-Lab ein, oder brainstormt noch mal über die Kernfeatures und deren optische/haptische Präsentation. Die anderen Funktionen finden die User auch woanders. Erst wenn alles rund läuft und nicht mehr zu optimieren ist, kann man beginnen, die sinnvollen Zusatzfeatures von anderen Websites abzukupfern.
Auch bei der funktionalen Ausstattung von Websites gilt fast immer: "Klasse statt Masse" bzw. "Keep it simple"!
Meistens keiner! Bei customized CMS-Funktionalitäten sieht das Backend
dann auch dementsprechend aus: Design gibt es gar keins und über
die Benutzbarkeit der eingebauten Funktionen hat sich, wenn überhaupt,
nur der Programmierer während der Implementierung Gedanken gemacht.
Besonders schlimm trifft es Backends, die auf Kundenwunsch "dynamisch
gewachsen" sind und gar keine Einheitlichkeit in der Bedienung mehr
aufweisen. Die armen Redakteure.
Dabei schneidet sich der Kunde ins eigene Fleisch. Selten ist der initial geschulte Redakteur des CMS nach zwei Jahren noch am selben Arbeitsplatz. Wenn das CMS nicht selbsterklärend ist oder über eine sehr gute Hilfe oder ein Tutorial verfügt, sind große Teile der Investitionen futsch, da sie niemand mehr zu benutzen weiß. Oft ist auch das Wissen um deren Existenz gar nicht mehr vorhanden. Für die Konzeption der Usability des CMS benötigt man manchmal 10-25% vom Budget zur Erschaffung der eigentlichen Funktion im Frontend, was unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit einkalkuliert werden sollte.
Interessanterweise kann man den gleichen Fehler sogar bei IT-Produkten (wie z.B. einer großen deutschen Projektmanagement-Software für Agenturen) feststellen. Man hat sich zwar viele Gedanken über die Funktionalität aber wenige um die Bedienbarkeit gemacht hat. Da kann man über Microsoft, Adobe und Apple als Quasi-Monopolisten des Softwaremarktes meckern wie man will: Bei deren Produkten wird die Beachtung der Usability jedenfalls meist groß geschrieben.
"Wenn Sie dieses Spiel besonders schnell kennen lernen möchten,
dann verwenden Sie die vereinfachten Spielregeln: Lassen Sie alle grünen
und blauen Spielsteine weg und rechen Sie bei jeder neuen Runde ohne die
Extrapunkte. Außerdem lassen Sie die den 'Goldkelch' und die Fragezeichenkarten
aus dem Spiel und überspringen Sie alle Rätselfelder."
Bei Gesellschaftsspielen ist es schon fast eine Selbstverständlichkeit, komplexe Spielabläufe für den Anfänger mit vereinfachten Spielregeln anzubieten, um diesem einen schnellen und "frustfreien" Einstieg in das Spiel zu erlauben. Für fortgeschrittene Spieler kommen dann die normalen oder sogar erweiterte Regeln zum Einsatz, um die Spannung und den Spielspaß aufrecht zu erhalten. Die Hersteller haben erkannt, dass der Einsteiger andere Ansprüche an eine Anleitung hat, als ein fortgeschrittener Spieler. Auch bei Bedienungsanleitungen von elektrischen Geräten findet man schon häufiger die wichtigsten Funktionen auf einer einzigen Seite, einer Karte oder einem Leporello versammelt, um dort schnell nachschlagen zu können oder dem Ungeduldigen einen schnellen Einstieg zu gewähren. Der Trend, der bei Spielen und Technik-Manuals am Entstehen ist und dort gute Dienste leistet, ist bei der Gestaltung von Userinterfaces und Webseiten immernoch nur sehr selten zu beobachten, obwohl er von den Möglichkeiten des Mediums her besonders einfach zu realisieren wäre. Bedienoberflächen werden meist in aufwändiger Arbeit mit komplizierten Menüs, Befehlsstrukturen und komplexen Navigationsbäumen versehen, um hunderte von Funktionen und Informationen darin unterzubringen, von deren Existenz die meisten Benutzer meist wenig wissen und die für die allermeisten Anwender vollkommen ohne Belang sind. Als Verkaufsargument mag eine Vielzahl von Funktionen im Vergleich zu Konkurrenzprodukten nicht unwichtig sein - in der alltäglichen Benutzung sind sie meist hinderlich und die fünf bis sieben Funktionen oder Informationen, die man wirklich regelmäßig benutzen möchte, kann man nicht finden, da sie sich in den unergründlichen Tiefen der Menübäume oder ellenlangen "Additional Information"-Spalten verstecken. Was Handys, MP3-Recordern, Digitalkameras und auch Websites mit hoher Komplexität fehlt, ist ein neuer Ansatz der einfachen Bedienbarkeit, ohne dabei auf Funktionen zu verzichten. Ein einfach ein- und auszuschaltender "Simple Mode" sollte die 90% der Funktionen oder Navigationspunkte ausblenden, die nur von 10% der Benutzer gebraucht werden, um so eine einfache Bedienung ohne Funktions-Overkill zu ermöglichen. Als Nebeneffekt ließen sich dann sogar die Menüs in der Darstellung vergrößern. Die Verbesserung der Übersichtlichkeit würde nicht nur von Senioren, sondern klammheimlich auch von den meisten Normalo-Usern genutzt und begrüßt werden.
Für die Umschaltung zwischen dem einfachen und dem ausführlichen
Bedienmodus bräuchte es eine Bezeichnung, die einprägsam ist
und von allen Herstellern und auf allen Geräten gleichermaßen
Verwendung finden kann und genauso intuitiv erkannt wird, wie ein roter
Not-Aus-Knopf an einer Rolltreppe. Um eine Diskussion anzustoßen,
soll hier ein unverbindlicher Vorschlag gemacht werden: Als Signet des
"Simple Mode" scheint der Buchstabe "S" in auffälligen
und exklusiven Farben, z.B. in himmelblau mit rosa, geeignet. Das "S"
kann gleichermaßen für "simple" wie für "super"
stehen und himmelblau in der Kombination mit rosa symbolisiert Leichtigkeit.
Mit der Ausstattung durch die "Simple Mode"-Funktion könnte
die Vereinfachung der Bedienung sogar selber ein Verkaufsargument für
ein Produkt werden und damit ein Qualitätsmerkmal der Usability darstellen:
Hier weiß der Neukunde, er kann erst einmal alle grünen und
blauen Spielsteine weglassen und muss nicht bei jeder neuen Runde mit
den Extrapunkten rechnen. Den "Goldkelch" benötigt er genauso
wenig wie die Fragezeichenkarten. Und am wichtigsten: Die Rätselfelder
können alle erst mal übersprungen werden.
Der optional wählbare "Simple Mode" wird sich in allen GUIs früher oder später durchsetzen. Ob im Web, bei Bedienungsanleitungen, im Auto oder im Handy wird er ein neues wichtiges Kriterium für den Endkunden bei der Produktauswahl darstellen.
Studie: Handys sind vielen Nutzern zu kompliziert
Google Adwords macht's vor! So muss eine Bedienoberfläche im "Simple Mode" aussehen! Kleiner Wermutstropfen: Die Usabitity des "Advanced Modes" ist schlecht - sieht nach "historisch gewachsen" aus. Außerdem kann man nicht mehr in den Simple Mode zurückwechseln. Das ist natürlich übel.
Seit dem Ajax-Hype sind sie im Kommen, die kompakten Informationsblöcke
innerhalb von Webseiten mit Karteireiter-Optik und eigener Navigation.
Contents werden nicht mehr ausschließlich streng untereinander,
wie auf langen Druckfahnen dargestellt, sondern in interaktiven "Boxen"
aufeinander und überlappend, für den User umschalt- und zoombar.
Das schafft Platz bei der Darstellung, verhindert allerdings ein gleichzeitiges
Sichtbarsein der einzelnen Information ohne Userinteraktion. Diese Layer-Funktionalitäten
werden zwar gerne mit dem Begriff "Ajax" in Verbindung gebracht,
haben damit aber streng genommen nichts zu tun, da es bei Ajax ausschließlich
um das dynamische Nachladen von Content ohne Seiten-Reload geht. Bei den
Karteikarten-, Klapp- und Popup-Layern werden eher Ebenen- und Javascript-Technologien
benutzt, die es eigentlich schon immer gab. Manchmal wird tatsächlich
sogar beim Umschalten dynamisch Content nachgeladen, was aber eher damit
zu tun hat, dass beim ersten Laden der Seite Traffic eingespart werden
soll.
Einige Online-Beispiele: www.gmx.de & www.web.de , www.spiegel.de ("Blättern-Funktion"), www.welt.de ("Topstories")
Zu den berühmt-berüchtigten Frames ist es dann nicht mehr weit. Diese stellen ebenfalls größere Informationen auf kleinerem Platz dar, indem innerhalb einer Seite weitere scrollbare Bereiche zur Verfügung gestellt werden. Verteufelt werden HTML-Frames wegen ihrer Problematik bei der Search Engine Optimization, wegen erschwerten Deeplinks, wegen des problematischen history.back-Verhaltens und einigen anderen Unannehmlichkeiten. Alles Probleme, die sich lösen lassen - wenn aber auch nur mit viel ärgerlichem Aufwand. Hier wäre von Microsoft, Mozilla, W3C, Google & Co. Besserung durch die Schaffung neuer Standard-Lösungen zu erhoffen, damit die kreativen Work-Arounds durch Agenturen und Programmierer überflüssig werden. Dann könnten Frames ihre Stärken voll ausspielen: Wichtiger Content (z.B. die Navigation) kann immer im sichtbaren Bereich der Seite gehalten werden, unwichtiger Content kann verkleinert und scrollbar sein. Gerade darin unterscheiden sich Webseiten von Print-Produkten: Navigation und(!) Darstellung sind dynamisch möglich. Das Inhaltsverzeichnis kann auf jeder Seite und an jeder Leseposition sichtbar gemacht werden, unwichtiger Content wird komprimiert.
Solange HTML-Frames mit den oben erwähnten Nachteilen zu kämpfen
haben, können wir zum Glück schon andere Technologien für
Frames nutzen. Wer hat gesagt, dass immer die klassischen Framesets gemeint
sein müssen, wenn man von exklusivenn Laufleisten für einzelne
Informationseinheiten innerhalb von Webseiten spricht? IFrames oder CSS
können ebenfalls eigene scrollbare Bereiche darstellen und können
genutzt werden, um die Vorteile von Frames auszuspielen, ohne sich durch
die Nachteile von HTML-Framesets belasten zu müssen.
Pauschalangebote für Feinkonzepte (bzw. "Content-Konzepte",
"Lastenhefte", "Detailkonzepte", "Spezifikationen",
"Produktionshandbücher" ...) sind immer eine heikle Angelegenheit
für freiberufliche Konzepter. Festangestellte kennen zumindest das
Problem der Aufwandsschätzung. Ist man für ein Grobkonzept ("Entwurfskonzept",
"Exposee", "Basiskonzept", "Pflichtenheft"
...) meist auf der sicheren Seite, wenn man zwei (klein) bis acht (groß)
Tage schätzt, können beim Feinkonzept die Spannen größer
und "schmerzhafter" werden.
Und hier eine Liste - tataaa! - aller Faktoren, von denen der Aufwand für ein Feinkonzept abhängt:
s. hierzu auch: Was macht
ein Konzepter eigentlich? und Kennen
Sie alle Vertreter der Gattung "Feinkonzept"?
Im ersten Moment denkt man, Awards seien Referenzen der Agenturen, um
damit den bestehenden oder potenziellen Kunden die Kreativität der
Agentur unter Beweis zu stellen und im günstigsten Fall dadurch Aufträge
zu akquirieren. Eventuell kann man auch Job-Bewerber beeindrucken oder
von der Konkurrenz abwerben.
Aber das alles ist zu kurz gedacht! "Neulich" beim "Get Together" nach der Preisverleihung des if communication design awards war ein AD einer renommierten deutschen Agentur zu hören mit "Awards geben einem Bestätigung - gibt einem ja sonst keiner!". Der erste Teil der Aussage ist wahr, Awards sind bestimmt gut für's Ego (statistisch gesehen sollen sogar Oscar-Gewinner eine signifikant höhere Lebenserwartung haben als der Durchschnitt aller amerikanischen Schauspieler). Der zweite Teil der Aussage ist traurig, schlicht ein Zeichen von schlechter Personalführung. Kann man ohne Award keine anerkennenswerte gute Leistung abliefern?
27. Juni 2007, 23:19 Uhr MESZ: Second Life Bewohner online now: 39,349.
Weltweit. Zur besten Nachmittagszeit in den USA, am Abend in Europa. Gleichzeitig
bei Xing in Deutschland: 9.560.
Wie heißt denn nun "Konzepter" auf Englisch? Wikipedia
sagt "Content Developer". Aber schaut man in die englische Wikipedia
unter "Content Development", dann passt die Beschreibung dort
nicht so recht. Da ist ja nur von Content sammeln und SEO(!) die Rede,
weniger von Strukturierung und gar nicht von Handlungsabläufen, User
Experience und Markenkommunikation.
Deutsche Agenturen suchen sowieso eher "Concept Developer", wenn sie das deutsche Wort vermeiden wollen - der Begriff scheint aber im Englischen kaum gebräuchlich, bei nur 23.000 Google-Treffern im Vergleich zu 650.000 bei "Information Architect". Vielleicht gibt es das Berufsbild ja so gar nicht im angelsächsischen Raum???
Lt. www.boxesandarrows.com/jobs gibt es User Experience Designer (UxD) / Interaction Designer (IxD) / User Interface Designer sowie Information Architects... mmhh...
Interessant: Bei Wikipedia fehlte im Artikel "Konzepter" beim
"typischen Anforderungsprofil" die Eigenschaft "Kreativität"!
Sind doch alles nur Content-Sammler...
P.S.
Siehe auch Master of Trivial Pursuit gesucht?
fast wie im richtigen agenturleben
Hierzu passt auch: Pixel aus Gold (Huhu Wolfgang!)
Intros haben etwas Altbackenes und Antiquiertes. Kein Konzepter empfiehlt
sie, aber irgendwie sind sie anscheinend nicht totzukriegen. Alles auf
Kundenwunsch?
Eigentlich stört so ein Intro ja auch niemanden. "Skip Intro" ist sogar zu einem bekannten sprachlichen Ausdruck in der Kultur ausserhalb der Netzwelt geworden. Wenn Google-Durchsuchbarkeit und hohe Absprungraten keinen interessieren, kann man sich bestimmt ganz tolle Intros ausdenken, ohne dass sie schaden. Und der Auftraggeber ist oft ganz hingerissen von der kleinen Anfangsanimation. Im Zuge der Retro-Manie ist sowieso bald wieder mit einem neuen Intro-Hype zu rechnen. Warum noch zögern?
Die 900 KB für Spiegel-Online sind der Presse entnommen und nicht
selber gemessen. Sie erscheinen aber irgendwie plausibel. Das Ladezeitenargument
hört man manchmal noch aus der Technik-Abteilung, wenn es um HTML
und CSS geht. Erinnert sich jemand? "WWW" stand einmal für
"World Wide Waiting". Heute schränken Ladezeitüberlegungen
die Kreativität im Agenturalltag im Allgemeinen aber nicht mehr ein.
Wenn man den Statistiken glauben darf, haben allerdings erst 60% der Konsumenten
einen DSL-Anschluss. Schließen wir also mit unseren riesigen Startseiten
40% der Surfer vom Vergnügen aus? Es lässt sich nicht leugnen:
So ist es wohl! Aber die 40% der Surfer entsprechen nicht 40% der meist
anvisierten Zielgruppe. Vermutlich entfallen auf diese nämlich weniger
als 10% der online verbrachten Zeit (vielleicht auch, weil den Betroffenen
der Warte-Streß zu hoch ist). Alle, die viel im Internet unterwegs
sein wollen, haben sich halt schon einen Breitbandanschluss besorgt und
haben keine Probleme mit großen/fetten/schweren Sites. Gott sei
Dank! Alles ist erlaubt - denn es passt durch die Leitung!
Kriegen die Website-Betreiber eigentlich ihren Traffic geschenkt? Zahlt wahrscheinlich nicht deren Marketing-Abteilung. Es ist erstaunlich, was durch uralte Vertragskonditionen beim Hosting und unnötig aufgeblähtes HTML immernoch für Summen verschleudert werden können.
Darf man als Internet Konzepter eigentlich keinen XING (sprich "Cross-ing"
- erschließt sich ja nicht sofort!) Account haben? Kein YouTube
nutzen, kein flickr, kein del.icio.us, kein StudiVZ, kein Xing, kein myspace,
kein facebook, kein Mister Wong, kein sevenload, kein StumbleUpon, kein
Second Life, kein twitter, kein photocase, kein digg und keinen Podcast
oder RSS-Feed abonniert haben? Darf man das als Konzepter? Vermutlich
schon. Obwohl einige dieser Services gar nicht so unpraktisch sind. Wenn
man allerdings selber Web 2.0-Anwendungen konzipiert, dann sollte man
doch darüber Bescheid wissen. So erklärt sich wohl die große
Anzahl von Testaccounts, die man hat - auch wenn man sie alle privat nicht
nutzt. Aber aus Projekten für Shops, Games, Communities, Magazinen,
Handelsplattformen, Auktionshäusern, Banken, Web-Portalen, Online-Zeitungen
und Markenwelten hat man ja sowieso genügend Testaccounts erstellt.
Da fallen die vom Web 2.0 dann auch nicht weiter auf.
Muss man eigentlich einen Blog schreiben? Naja, immerhin spricht ja auch nichts dagegen, mitzumachen beim Mitmach-Web.
Hier ist übrigens echt viel Web 2.0 zu finden: www.web2null.de
Annahme: Nur die größten 100 deutschen Internetagenturen setzen
reine Konzepter ein, um inhaltlich Webauftritte zu gestalten. Bei noch
kleineren (und sogar bei einigen der Top Twenty) wird diese Arbeit oft
von Projektmanagern, Redakteuren oder Designern in Personalunion mit übernommen.
Oft ist die Konzeption dann aber mehr notwendiges Übel als Leidenschaft.
Die größeren Agenturen der Top-100 dürften ca. 10 bis 15 Konzepter beschäftigen, die kleineren vermutlich eher 1 bis 2. Ergibt ganz grob gemittelt einen Wert von vielleicht durchschnittlich 6 Konzepterinnen und Konzeptern pro Agentur. Multipliziert mit 100 macht das also 600 festangestellte "reinrassige" Konzepter in Deutschland. Dazu kommen schätzungsweise halbsoviele Freiberufler und einige, die zwar leidenschaftlich aber nicht hauptamtlich Konzeption betreiben. Alles zusammen also gut 1.000 Personen, die in einem Hotel-Anmeldeformular als Berufsbezeichnung "Konzepter" eintragen würden. Erscheint diese Rechnung plausibel? Wer bessere Zahlen hat, bitte melden!
Inzwischen gibt es natürlich auch eine Menge Konzepter, die auf Kundenseite ausschließlich inhaltlich mit den Webauftritten ihrer Arbeitgeber beschäftigt sind. Wer traut sich, ihre Zahl zu schätzen? Noch einmal 500?
Natürlich gibt es auch Informationsarchitekten oder UX-Designer, die sich gar nicht als "Konzepter" bezeichnen. Mir schwant, dass die gesamte Zielgruppe inzwischen doch mehr als 2.000 Personen umfassen könnte.
Die Antwort ist relativ einfach: Auf der Suche nach speziellen Angeboten
und Informationen im Internet, die sich an deutschsprachige Webkonzepter
wenden, findet man wenig, das sich inhaltlich mit dem Arbeitsleben, der
kreativen Inspiration oder dem Austausch innerhalb dieser Gruppe beschäftigt.
Sollte jemand über ein solches Angebot stolpern, dann bitte Bescheid
geben! Das könnte diesen Blog dann eigentlich überflüssig
machen.
Usability, Barrierefreiheit, Informationsarchitektur und Web-Technologien sollen nur am Rande behandelt werden. Hier gibt es hinreichend Angebote im Netz und im Print. Ausgeschlossen sind solche Themen natürlich nicht. Nur keine Dogmen!
Arbeitsleben, -methoden und -umstände von Konzeptern, außerdem kreative Web-Lösungen, experimentelle User Interfaces, neue Ideen und Ansätze für interaktive Kommunikation, cooles Webdesign, digitale Markenführung, Trendreports, New User Experience, Digital Arts, Cross-Channeling Innovationen und was sonst noch an Themen existiert, die die Kreativität eines Konzepters beflügeln können und Quelle zur Inspiration darstellen. Und ein bisschen Nabelschau...